Pränataldiagnostik ist auf dem Vormarsch

Immer häufiger entscheiden sich werdende Eltern dafür, den Gesundheitsstatus ihres ungeborenen Kindes durch Pränataldiagnostik zu ermitteln. Die Amniozentese (auch Fruchtwasseruntersuchung genannt) gehört zu den spezielleren Untersuchungen, sie wird in der Regel immer dann durchgeführt, wenn das Ersttrimesterscreening Anhaltspunkte für eine Fehlbildung oder Abweichung der Chromosomen gegeben hat. Bei der Amniozentese erfolgt eine direkte Untersuchung der kindlichen Zellen, diese werden aus dem Fruchtwasser entnommen.

Die Amniozentese ist eine Untersuchung, die eine genaue Diagnosestellung ermöglicht und die in der Lage ist, viele frühkindliche Erkrankungen bereits im Mutterleib aufzuspüren. Anders als beispielsweise das Ersttrimesterscreening, bedeutet die Durchführung der Amniozentese allerdings auch ein Risiko für das ungeborene Baby.

Früher Termin erhöht Handlungsfreiheit

schwangerschaftDer beste Zeitpunkt für eine Amniozentese liegt zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche, viele Eltern möchten die Untersuchung jedoch bereits früher durchführen lassen. Grund hierfür ist, dass eine frühere Untersuchung den Handlungsspielraum der Eltern erhöht, wenn eine Fehlbildung oder Chromosomenanomalie nachgewiesen werden konnte. Liegt der Zeitraum der Amniozentese vor dem 15. Monat, ist es problemlos möglich, eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Bei einer späteren Untersuchung müsste die Frau das Kind leblos zur Welt bringen.

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Es sollte genau abgewägt werden, ob die Amniozentese verfrüht durchgeführt wird, da die Gefahr einer Fehlgeburt im Frühstadium der Schwangerschaft deutlich erhöht ist. Wenn es allerdings einen medizinischen Indikator gibt, der für die Durchführung der Amniozentese spricht, sollten die Vor- und Nachteile abgewogen werden.

Sicherheit für werdende Eltern

Die Amniozentese und andere Untersuchungen im Rahmen der Pränataldiagnostik stellen für die werdenden Eltern ein hohes Maß an Sicherheit dar. Der Wunsch nach einem gesunden Baby besteht bei jeder Frau, durch Pränataldiagnostik ist es möglich, vorhandene Fehlbildungen bereits im Mutterleib zu erkennen und dagegen vorgehen zu können. Auch wenn eine Heilung vorhandener Gendefekte nicht möglich ist, bietet die Amniozentese die Möglichkeit eine aktive Entscheidung zu treffen, falls das Kind nicht vollkommen gesund ist.

Viele Erkrankungen, wie beispielsweise Blutarmut oder Herz-Rhythmusstörungen lassen sich Heute sogar im Mutterleib behandeln. Über die Nabelschnur ist es dem Pränatalmediziner möglich, einen Zugang zum kindlichen Organismus zu schaffen und diesen von außen mit Medikamenten oder Bluttransfusionen zu behandeln. Die Amniozentese ist nicht die einzige Möglichkeit zur Diagnostik, es besteht zudem noch die Möglichkeit einer Nabelschnurpunktion, um Untersuchungen am Kind durchzuführen.

Hier gibt es ein Video zum Thema Fruchtwasseruntersuchung und auch dem „Preanatest“:

Ermittlung der günstigsten Position ist erforderlich

Bei der Amniozentese handelt es sich um eine Punktion des Fruchtwassers, daher ist es vorab notwendig, per Ultraschall eine gut geeignete Stelle am Bauch der Frau zu finden. Vermieden werden sollte die Punktion an der Stelle, wo die Plazenta mit der Gebärmutter verbunden ist. Zudem sollte darauf geachtet werden, an welcher Position sich das ungeborene Kind befindet, denn dort sollte ebenfalls keine Punktion durchgeführt werden. Grundsätzlich gilt, je mehr Fruchtwasser sich an einer Position befindet, umso besser ist sie für die Amniozentese geeignet.

Während der Arzt die Nadel in die Bauchdecke der Frau einführt, verfolgt er das Geschehen per Ultraschall auf dem Monitor. Es ist somit möglich, auf eventuelle Bewegungen des Babys sofort zu reagieren und das Verletzungsrisiko somit drastisch zu senken.

Keine Schmerzen durch örtliche Betäubung

Viele Frauen haben Angst vor der Fruchtwasserpunktion, es entstehen allerdings keine Schmerzen, da die Frau eine örtliche Betäubung erhält. Es wird ein Betäubungsmittel ausgewählt, welches möglichst nebenwirkungsarm ist und keine Schäden beim ungeborenen Kind verursachen kann. Erst wenn das Betäubungsmittel vollständig wirkt, wird der Arzt mit der Punktion beginnen. Die Frau kann während der Fruchtwasserentnahme auf dem Rücken oder auf der Seite liegen, ganz wie es für sie am bequemsten ist. Die Punktion selbst dauert nur wenige Minuten, das Betäubungsmittel wirkt meist deutlich länger, so dass auch nach dem Eingriff kaum Schmerzen zu erwarten sind.

Schnelle Durchführung der Punktion

Wenn die Betäubung vollständig wirkt, führt der Arzt einen kleinen Schnitt durch, um die Bauchhaut zu trennen. Anschließend setzt er die Hohlnadel am Gewebe an und durchsticht dieses vollständig, bis er in die Fruchtblase vorgedrungen ist. Während des Vorgangs wird alles per Ultraschall auf dem Monitor beobachtet, um das Verletzungsrisiko fürs Kind so gering wie möglich zu halten. Etwa 15 – 20 ml. Fruchtwasser werden aus der Fruchtblase entnommen und sofort ins Labor geschickt.

Das Ergebnis nach dem Amniozentese liegt nach ungefähr zwei bis drei Wochen vor. Der minimale Einschnitt muss nicht genäht werden, meist wird ein straffes Pflaster über der Wunde angebracht, innerhalb weniger Tage erinnert nur noch eine kleine Narbe an die Amniozentese.

Ebenfalls eine Form der Pränataldiagnostik – die Nabelschnurpunktion

Als Alternative zur Amniozentese wird hin und wieder eine Nabelschnurpunktion vorgenommen, auf diese Weise lassen sich ebenfalls Zellen des ungeborenen Kindes gewinnen, die Aufschluss über vorliegende Erkrankungen geben können. Die Nabelschnurdiagnostik wird nur dann durchgeführt, wenn das Blutbild der Mutter Anlass zur Sorge gegeben hat oder wenn sich beim Ersttrimesterscreening der Verdacht einer Schädigung des Kindes erhärtet hat. Durch die Nabelschnurpunktion lassen sich Informationen über das Blut des Kindes gewinnen, auf diese Weise kann zum Beispiel die Blutgruppe bestimmt werden, um das Risiko einer Unverträglichkeit mit dem mütterlichen Blut zu ermitteln.

Infektionen durch Nabelschnurpunktion erkennen

Ebenso wie bei der Amniozentese lässt sich auch bei der Nabelschnurpunktion feststellen, ob eine Chromosomenanomalie, wie beispielsweise das Down-Syndrom vorliegt. Darüber hinaus lässt sich durch eine Laboruntersuchung aber auch ermitteln, ob das Kind möglicherweise einen Infekt wie beispielsweise Toxoplasmose oder Röteln aufweist. Die Gefahr einer Ansteckung von der Mutter auf das Kind ist hoch, wenn diese in der Schwangerschaft an Röteln erkrankt. Da die Schäden für das Kind immens sein können, wird bei einer Erkrankung der Mutter eine Nabelschnurpunktion zu Diagnosezwecken durchgeführt.

Medikamentengabe im Mutterleib

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Wenn bereits festgestellt wurde, dass das ungeborene Kind unter einem Infekt oder einer anderen Auffälligkeit, wie beispielsweise Herz-Rhythmus-Störungen leidet, können über die Nabelschnur Medikamente zugeführt werden. Dies ist im Rahmen der Nabelschnurpunktion problemlos möglich, für das Kind ist der Eingriff vollkommen schmerzfrei und auch die Mutter wird dank Betäubung nichts spüren. Darüber hinaus ist es bei ungeborenen Kindern mit Blutarmut möglich, über die Nabelschnur eine Bluttransfusion zu verabreichen. Auch hier ist die Nabelschnurpunktion der geeignete Weg, um Zugang zum Blutkreislauf des Kindes zu bekommen.

Untersuchung dauert selbst nur maximal 15 Minuten

Vor dem Termin für eine Amniozentese sind die meisten werdenden Mütter verständlicherweise aufgeregt. Die Untersuchung ist nicht ganz risikofrei, zudem macht der Gedanke an die lange Kanüle Angst und die Furcht vor Schmerzen beunruhigt. Erfahrungen haben gezeigt, dass die meisten Mütter nach der Untersuchung überrascht waren, wie harmlos diese eigentlich abgelaufen ist.

Schmerzen verspürt fast niemand während der Behandlung, da die Einstichstelle betäubt wird und erst nach vollständiger Wirkung der Betäubungsspritze mit der eigentlichen Untersuchung begonnen wird. Die Abnahme des Fruchtwassers dauert in der Regel zwischen fünf und zehn Minuten, nur selten kann es bis zu 15 Minuten dauern, bis der Arzt das benötigte Fruchtwasser entnommen hat.

Vorbereitungszeit beträgt etwa eine viertel Stunde

Bevor die eigentliche Abnahme des Fruchtwassers durchgeführt wird, bedarf es einiger Zeit zur Vorbereitung der Untersuchung. Zunächst wird per Ultraschall ermittelt, in welcher Lage sich das Baby aktuell befindet und wo die beste Position für die Punktion ist. Es ist wichtig darauf zu achten, dass das Baby mit der langen Kanüle weder berührt, noch in irgendeiner Form verletzt wird. Wurde eine Position gefunden, wird zunächst die Einstichstelle betäubt, so dass die Frau keinerlei Schmerzen bei der Untersuchung verspürt. Die meisten Betäubungsspritzen wirken nach etwa fünf Minuten, so dass die Vorbereitung zusammen mit dem Ultraschall c.a 15 Minuten beträgt.

Wartezeit bis zum Ergebnis ist lang

Die Amniozentese wird in der Regel nur dann durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine kindliche Fehlbildung oder eine Chromosomenanomalie vorhanden ist. Verständlicherweise möchten die Eltern am liebsten so schnell wie möglich wissen, ob mit ihrem Baby alles in Ordnung ist.

Die Analyse im Labor nimmt bis zu 14 Tagen in Anspruch, eine quälend lange Wartezeit für die werdende Mutter. Um bereits ein wenig Entspannung in die Lage zu bringen, bieten viele Praxen einen Schnelltest an, mit dem bereits innerhalb von zwei Tagen ermittelt werden kann, ob sich Hinweise auf kindliche Schäden ergeben. Der Schnelltest muss von der Mutter selbst finanziert werden, die Krankenkasse finanziert nur die normale Laboranalyse.

Der Zeitpunkt richtet sich nach der Indikation

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Wenn sich eine werdende Mutter für eine Amniozentese entscheidet, können verschiedene Gründe hierfür vorliegen. Ab dem 35. Lebensjahr finanzieren die Krankenkassen die Fruchtwasseruntersuchung, da das Risiko einer Chromosomenanomalie gleichzeitig mit dem Alter der Mutter ansteigt. Doch auch bei jungen Müttern kann es Gründe für die Untersuchung geben, häufig wird sie durchgeführt, wenn das Ersttrimesterscreening auffällige Werte ergeben hatte. Der beste Zeitpunkt für eine Fruchtwasseruntersuchung zur Abklärung potentieller Anomalien liegt zwischen der 15. und der 18. Schwangerschaftswoche.

Frühe Amniozentese mit erhöhtem Risiko

In Ausnahmefällen kann die Amniozentese bereits ab der 10. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, meist wird von so einer frühen Untersuchung aber Abstand genommen. Grund hierfür ist, dass das Risiko einer Fehlgeburt im ersten Schwangerschaftsdrittel ohnehin erhöht ist und durch die frühe Fruchtwasseruntersuchung noch weiter steigt. Nur selten ist eine so frühe Fruchtwasseruntersuchung notwendig, es geht hier meist darum, potentielle Schädigungen vor der 12. Woche zu erkennen, da bis zu diesem Zeitpunkt eine straffreie Unterbrechung der Schwangerschaft möglich ist. Ein späterer Schwangerschaftsabbruch ist nur nach medizinischer Indikation straffrei, nicht jede Fehlbildung stellt jedoch einen solchen Indikator dar.

Amniozentese im späten Stadium der Schwangerschaft

In einigen Fällen kann es notwendig sein, dass nach der 30. Woche eine Amniozentese durchgeführt wird. Dies ist insbesondere bei drohenden Frühgeburten der Fall, da der Arzt durch die Untersuchung die Lungenfunktion des Babys kontrollieren kann. Bei einer Frühgeburt ist es maßgeblich entscheidend, ob das Baby bereits in der Lage ist zu atmen oder ob es ohne künstliche Beatmung nicht überlebensfähig wäre. Ebenfalls durch die Amniozentese kann der Arzt feststellen, ob eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind besteht. Durch das Wissen über eine solche Unverträglichkeit können rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden, was für Mutter und Kind sehr hilfreich ist.

Unnatürlicher Eingriff in die Natur

Gegner der Amniozentese berufen sich darauf, dass diese Untersuchung einen unnatürlichen Eingriff in die Natur darstellt und Kindern möglicherweise das Recht auf Leben genommen wird, nur weil sie nicht den gesundheitlichen Standards entsprechen. Ob dies ein zulässiges Argument gegen eine Amniozentese ist, muss jedes Elternpaar für sich selbst entscheiden, wie in vielen Lebensbereichen sprechen einige Punkte für die Pränataldiagnostik, während andere Kritikpunkte dagegen sprechen. Ein Nachteil der Amniozentese liegt in jedem Fall darin, dass das Risiko einer Fehlgeburt besonders bei früher Untersuchung erhöht ist. Doch auch wenn die Amniozentese zum idealen Zeitpunkt zwischen der 15. und der 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, besteht für das Baby ein erhöhtes Fehlgeburtrisiko. Es ist in jedem Fall ratsam, die Amniozentese nur dann durchführen zu lassen, wenn es medizinisch relevante Gründe für diese Untersuchung gibt.

Aktive Entscheidung der Eltern möglich

Durch die Amniozentese haben werdende Eltern die Möglichkeit, frühzeitig zu erfahren, ob sich ihr Baby normal entwickelt oder ob eine Anomalie vorliegt. Im Falle einer Fehlbildung oder Anomalie können sich die Eltern informieren, was das Leben mit dem behinderten Kind bedeuten würde und welche Auswirkungen die Behinderung auf das Wohlbefinden des Kindes hätte. Auch wenn ein schlechtes Ergebnis oft sehr belastend für die werdenden Eltern ist, gibt es dadurch die Möglichkeit sich aktiv für oder gegen das Leben mit einem oft schwer behinderten Kind zu entscheiden.

Es gibt viele Kritiken zum kontrollierten Schwangerschaftsabbruch aus Krankheitsgründen, doch die Eltern sollten sich hinsichtlich ihrer Entscheidung nicht von unwissenden Menschen beeinflussen lassen. Niemand kann sich vorstellen, was eine solche Entscheidung für werdende Eltern bedeutet, wenn er nicht selbst einmal in einer solchen Lage gewesen ist. Es gibt immer wieder Kritiken, doch die meisten Menschen haben einfach nur Schwierigkeiten, sich in die Lage der betroffenen Personen zu versetzen.

Sorglose Schwangerschaft durch frühe Klarheit

Bei jeder Schwangerschaft schwingt immer auch die Angst mit, dass mit dem Kind etwas nicht in Ordnung sein könnte. Belastende Gedanken für die werdende Mutter und auch für den werdenden Vater. Diese Angst kann mit der Amniozentese überwunden werden, denn die Eltern erhalten ein zuverlässiges Ergebnis hinsichtlich des Gesundheitsstatus ihres Babys. Natürlich kann es trotzdem im Verlauf der Schwangerschaft zu Komplikationen kommen, die große Angst vor einer möglichen Fehlbildung kann mit der Amniozentese jedoch eingedämmt werden.

Besonders sinnvoll ist die Durchführung einer Amniozentese, wenn beispielsweise im Rahmen des Ersttrimesterscreenings eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomenanomalie festgestellt wurde. Wenn die Amniozentese diesen Verdacht ausräumen kann, bedeutet dies oft eine große Erleichterung für die werdende Mutter. Doch selbst wenn sich der Verdacht auf eine Schädigung erhärtet, bekommen die Eltern durch die Amniozentese endlich Klarheit, ein Zustand der für viele werdende Eltern sehr wichtig ist.

Grundsätzlich erhöhtes Risiko bei Amniozentese

Eine Fruchtwasserpunktion bedeutet immer ein erhöhtes Risiko von Komplikationen für Mutter und Kind. Es sollte immer eine genaue Abwägung erfolgen, ob die Untersuchung wirklich gemacht werden muss oder ob es im Zweifel besser wäre, darauf zu verzichten. Hat beispielsweise ein Ersttrimesterscreening bedenkliche Werte ergeben, ist es meist ratsam die Amniozentese trotz des Risikos durchzuführen, um eine mögliche Fehlbildung des Kindes rechtzeitig zu erkennen. Wird sich nach Kosten- und Nutzenabwägung für die Amniozentese entschieden, sollte diese in einer sachkundigen Praxis für Pränataldiagnostik vorgenommen werden, denn ein guter Arzt kann das Risiko von Folgeschäden durch umsichtiges Vorgehen minimieren.

Vor der 14. Schwangerschaftswoche größeres Risiko

Der ideale Zeitpunkt für die Amniozentese liegt zwischen der 16. und der 18. Schwangerschaftswoche. Wird die Untersuchung vor der 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Fehlentwicklung des Kindes oder eine Fehlgeburt. Nach Möglichkeit sollte der Zeitpunkt also so gewählt werden, dass die Gefahr für das Kind nicht übermäßig erhöht ist. Generell kann es nach der Amniozentese zu Frühwehen bei der Frau kommen, die im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt nach sich ziehen. Um dieses Risiko einzudämmen, sollte die Frau in den ersten Tagen nach der Punktion absolute Bettruhe einhalten und sich schonen.

Blutungen und Rhesus-Unverträglichkeit

Ein weiteres Risiko, welches die Amniozentese mit sich bringt, ist das Auftreten von Blutungen bei der Frau. Auch kann es im Rahmen der Untersuchung zu Verletzungen der Nabelschnur oder gar des ungeborenen Kindes kommen, dieses Risiko kann durch konsequente Ultraschallüberwachung aber sehr gering gehalten werden. Ein größerer Risikofaktor ist die Gefahr einer Rhesus-Unverträglichkeit, wenn das mütterliche Blut mit dem Blut des Kindes in Kontakt kommt. Haben Mutter und Kind verschiedene Blutgruppen oder einen unterschiedlichen Rhesusfaktor, kann es zu einer Unverträglichkeitsreaktion beim Kind kommen.

Wehen nach der Amniozentese

Bei einigen Frauen setzen kurz nach der Amniozentese Frühwehen ein, die dann dringend medizinisch behandelt werden müssen. Unbehandelt besteht die Gefahr einer Früh- bzw. Fehlgeburt, daher sollte die Frau sofort ihren Gynäkologen aufsuchen, wenn sie nach der Amniozentese Schmerzen oder starke Kontraktionen im Uterus verspürt.

Die Frühwehen lassen sich durch Wehenhemmer oftmals schnell in den Griff bekomme, es ist allerdings erforderlich, dass die Frau sich schont und Bettruhe einhält. Durch starke, alltägliche Belastungen würde das Risiko einer Fehlgeburt noch weiter steigen. Die Frühwehen verschwinden im besten Fall innerhalb weniger Tage wieder und die Schwangerschaft nimmt einen ganz normalen Verlauf. Im schlimmsten Fall können Frühwehen jedoch zu einer Fehlgeburt führen, da die Amniozentese zwischen der 12. und der 16 Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, wäre ein zu diesem Zeitpunkt entbundenes Baby noch nicht lebensfähig.

Wehenhemmer werden nicht präventiv verabreicht

Einige Frauen haben den Wunsch, nach einer Amniozentese präventiv Wehenhemmer einzunehmen. Dies ist medizinisch absolut nicht ratsam, da diese Medikamente Nebenwirkungen haben, die dem Körper der Schwangeren nur im Ausnahmefall zugemutet werden sollten.

Kommt es zu Frühwehen, die nicht durch ausreichend Ruhe und weitgehende Bewegungslosigkeit einzudämmen sind, wird der Frauenarzt von sich aus Wehenhemmer verordnen. Die Behandlung mit diesen Medikamenten sollte immer stationär im Krankenhaus erfolgen, so dass per CTG die Wehentätigkeit ständig kontrolliert werden kann. Sobald die Frühwehen wieder verschwunden sind, kann sich die betroffene Frau natürlich wieder frei bewegen, anstrengende, körperliche Tätigkeiten sollten aber noch eine Weile vermieden werden.

Bei gleichzeitigem Fruchtwasserverlust ist Achtung geboten

Wenn sich zu den Frühwehen ein Verlust von Fruchtwasser einstellt, muss die werdende Mutter sofort stationär auf einer gynäkologischen Station aufgenommen werden. Die Menge des Fruchtwassers sollte regelmäßig kontrolliert werden, den ein starker Verlust könnte auf einen Blasensprung hindeuten, was im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt zur Folge haben kann. In vielen Fällen lassen sich sowohl die Frühwehen, als auch der Verlust von Fruchtwasser erfolgreich stoppen, die Mutter muss sich allerdings genau an die Anweisungen des Arztes halten. Bettruhe ist in den meisten Fällen erforderlich, denn durch anstrengende Bewegungen oder belastende Arbeiten steigt das Risiko einer Fehlgeburt weiter an.

Blutungen nach Amniozentese sind selten

Die Amniozentese ist eine Untersuchung während der Schwangerschaft, die grundsätzlich ein Risiko für das ungeborene Kind bedeutet. Auch wenn die Statistik beweist, dass nur wenige Frauen nach der Amniozentese ernsthafte Folgen spüren, kann diese Form der Untersuchung nicht risikolos durchgeführt werden. Im Frühstadium der Schwangerschaft kommt es häufiger zu Fehlgeburten als in den letzten beiden Dritteln, durch die Amniozentese wird das Risiko eines spontanen Aborts noch einmal erhöht.

Wenn die Schwangere einige Wochen nach der Fruchtwasseruntersuchung keine Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf verspürt hat, sinkt das Risiko wieder auf den normalen Wert. Das Baby wird durch die Fruchtwasseruntersuchung nicht direkt beeinträchtigt, allerdings spürt die Gebärmutter den unnatürlichen Eingriff von außen und reagiert oftmals sehr sensibel.

Kontraktionen und Blutungen können vorkommen

In der Regel reagiert die weibliche Gebärmutter mit leichten bis mittelstarken Kontraktionen auf die Fruchtwasseruntersuchung. Der Eingriff erfolgt von außen und der Arzt dringt mit der Kanüle bis in die Fruchtblase vor, ein Umstand der vom Körper sehr wohl registriert wird.

Die Kontraktionen der Gebärmutter klingen in der Regel binnen weniger Tage wieder ab, sehr selten kann es gleichzeitig zu leichten Blutungen oder zum Verlust von Fruchtwasser kommen. Jede Blutung sollte nach der Amniozentese besonders ernst genommen und vom Arzt begutachtet werden. Nicht immer deutet eine Blutung direkt auf eine drohende Fehlgeburt hin, es ist jedoch möglich, dass die Frau für einige Zeit Bettruhe einhalten muss, damit sie die Gesundheit ihres Babys nicht gefährdet.

Viel Ruhe nach der Amniozentese

Wurde die Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt und kam es in Folge dessen zu Blutungen, ist Ruhe ein besonders wichtiger Aspekt, den die betroffene Frau einhalten sollte. Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, wenn sich die schwangere Frau für einige Tage absolute Bettruhe gönnt. Unerlässlich ist diese Zwangspause auf jeden Fall, wenn es nach der Amniozentese zum Abgang von Fruchtwasser oder zu Blutungen kam. Auch starke Kontraktionen der Gebärmutter sind ein Anlass zur Sorge und sollten vom Arzt kontrolliert werden.

Leichte bis mittelstarke Kontraktionen sind eine normale Reaktion, sie verschwinden innerhalb weniger Tage von selbst. Treten allerdings heftige Gebärmutterkontraktionen auf, besteht das Risiko einer Fehlgeburt und die Behandlung im Krankenhaus wird meist erforderlich.

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten

Entscheidet sich ein Paar für eine Amniozentese, beispielsweise weil bei anderen, pränataldiagnostischen Untersuchungen festgestellt wurde, dass ein erhöhtes Risiko für eine Fehlbildung des Kindes besteht, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für diese Untersuchung. Der Gynäkologe, welcher die Untersuchung durchführt, kann die Kosten für die Amniozentese direkt mit der Krankenkasse abrechnen, die werdenden Eltern bekommen keine gesonderte Rechnung zugestellt.

Für viele Eltern ist dies durchaus positiv, da sie nicht das notwendige Geld hätten, eine Amniozentese auf eigene Rechnung durchzuführen.

Die FISH-Diagnostik muss selbst gezahlt werden

Das Ergebnis der Amniozentese liegt im Durchschnitt nach drei Wochen vor. Eine quälende Wartezeit für die werdenden Eltern, die natürlich möglichst schnell wissen möchten, wie es um die Gesundheit ihres Kindes bestellt ist. Der FISH-Test ist ein sogenannter Schnelltest, der innerhalb von ein bis zwei Tagen ermitteln kann, wie viele Chromosomen beim Kind vorhanden sind. Das Down-Syndrom kann per Fish-Test somit sehr schnell und zuverlässig vorhergesagt werden, ohne dass die vollen drei Wochen abgewartet werden müssen.

140 Euro für schnelle Gewissheit

Wenn sich die Eltern für einen zusätzlichen Fish-Test im Rahmen der Amniozentese entscheiden, müssen sie diese Untersuchung selbst bezahlen. Es fallen Kosten von c.a 140 Euro an, die nach Absprache auch in Raten an die Arztpraxis gezahlt werden können.

Die Ergebnisse sind nicht aussagekräftiger als das Ergebnis der Amniozentese, allerdings bekommen die Eltern beim Fish-Test schneller ein zuverlässiges Ergebnis hinsichtlich einer Chromosomenanomalie.

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Ein Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Was ist denn, wenn der Fruchtwassertest negativ ausfällt, daß das Kind zu 100 Prozent dann eine Krankheit hat, habe aber oft gehört, daß das Kind gesund auf die Welt geboren wurde.
    Können Sie mich bitte ein wenig informieren

    mfG
    Andreas Gostner